#redmadrüber

Initiative für qualitätsvolle Sexualpädagogik an Österreichs Schulen!

Diese Kampagne wurde anlässlich der politischen Diskussionen rund im die Notwendigkeit von externer sexualpädagogischer Expertise an Schulen organisiert. Es handelt sich um eine lose Zusammenarbeit vieler sexualpädagogisch tätiger Personen aus ganz Österreich. Wir fungieren als unabhängige Schnittstelle weil: Reden wir über Sexuelle Bildung!

Professionelle sexuelle Bildung trägt wesentlich zur Entwicklung eines gesunden Selbstwerts von Kindern und Jugendlichen bei. Derzeit wird der Einsatz von externen Expert*innen politisch diskutiert. Wir möchten hier einladen, sich an diesem wichtigen Diskurs zu beteiligen.

#redmadrüber kann auch als Petition unterschrieben werden: hier.

#redmadrüber Teaser 2 – Statements von

Dr. Elia Bragagna, Sexualmedizinerin

Mag. Brigitte Tschakert, Lehrende am Institut Allgemeine bildungswissenschaftliche Grundlagen an der Pädagogischen Hochschule Wien

Mag. Uschi Göltl, Lehrerin und Mitglied der Bundesleitung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst – AHS

#redmadrüber – Statement von

MSc Josef Hölzl, Leiter der Männerberatung der Diözese Linz, Ausbildungsleiter für Gewaltprävention

#redmadrüber – Statement von

Mag. Ingrid Lackner, Leitung Stabstelle für Prävention gegen Missbrauch und Gewalt, Projekt „Abenteuer Liebe“, Junge Kirche, Diözese Graz-Seckau

#redmadrüber – Statement von

Mag. Uschi Göltl, Lehrerin und Mitglied der Bundesleitung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst – AHS

Warum ist Sexuelle Bildung von externen Fachkräften wichtig?

Wir laden ein, hier einen respektvollen Austausch mitzugestalten. Hinterlasst uns eure Kommentare – wir freuen uns! Falls Erfahrungen mit einzelnen Vereinen oder Organisationen bestehen, bitten wir diese allgemein zu halten und keine Namen zu nennen, um kein Ungleichgewicht zu erhalten.


6 comments on #redmadrüber

  1. Für mich ist eine professionelle sexuelle Bildung wünschenswert, die auf der einen Seite von Respekt, Behutsamkeit, Wertschätzung für das einzigartige Individuum und die jeweilige Lebens- und Entwicklungssituation getragen ist, und die gleichzeitig eine große Offenheit für die vielfältigen Lebenssituationen und Lebensentwürfe hat, dazu ein breites professionelles Fundament in fachlicher und kommunikativer Hinsicht. Sexuelle Bildung ist viel mehr als Wissensvermittlung, sie beinhaltet das Wahrnehmen und zum Ausdruck bringen der Bedürfnisse, Wünsche, Fragen und Ängste und soll einen lebensbejahenden und stärkenden Zugang zu diesem Thema schaffen.

  2. Nicht jedem Lehrer geht Sexualkundeunterricht leicht von der Hand, und nicht jeder Schüler möchte sich mit all seinen Fragen an seinen Lehrer wenden. Umso wichtiger, gerade um Missbrauch vorzubeugen und einen natürlichen gesunden Umgang mit Sexualität zu fördern, dass externe Beauftragte, welche kein Scham vor dem Thema Sexualität haben, mit Kindern offen darüber sprechen. In meiner Jugendzeit fand Aufklärung oft über Bravo-Zeitschriften statt (sofern das nicht die Eltern übernommen haben) – damals schon schlimm, mit den aktuell zur Verfügung stehenden Medien noch weit schlimmer! Und alles, was man Kindern an entsprechender Aufklärung mitgeben kann, beugt dem vor! Natürlich muss auch jede externe Organisation geprüft werden, um sicherzustellen, dass Inhalte zeitgemäß und tolerant vermittelt werden.

  3. Weil so intime und zentral wichtige Themen wie Sexualität und Liebe nicht mit den Lehrerinnen und Lehrern der Klasse besprochen werden sollten. Kinder und Jugendliche brauchen für diese Themen Ansprechpartner, zu denen sie nicht schon in einer bestimmten Beziehung (zB mit Notengebung und Bewertung und dem Bestreben, „möglichst gut“ zu sein) stehen. Es ist sonst keine Offenheit möglich.

  4. Sexualpädagogik – Alles nur Politik?
    Wo bleiben die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen?

    Seit den 1970ern läuft der Prozess, Sexualpädagogik als Qualitätsstandard in Schulen einzuführen. Sexualpädagogik wurde im Zuge dessen ständig evaluiert, verbessert und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst.
    Im Grundsatzerlass Sexualpädagogik von 2015 wurden vom Bundeministerium für Bildung und Frauen klare Inhalte verankert, um Kinder und Jugendliche in einer von sexualisierten Inhalten geprägten Gesellschaft bestmöglich in diesem Thema zu unterstützen.
    Im Mai 2019 wurde mit dem Erlass „Zusammenarbeit mit außerschulischen Organisationen im Bereich Sexualpädagogik“ vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf aktuelle Ereignisse reagiert und die Absicht erklärt, verbindliche Qualitätsstandards festzulegen. Eine Forderung, die Expert*innen im Bereich der Sexualpädagogik seit Jahren unterstützen.
    Nur wenige Wochen später wollen Nationalratsabgeordnete die externe Sexualpädagogik an Schulen gänzlich verbieten.

    Seit Jahren wird am Zusammenspiel von Schule, Eltern, Jugendlichen und externen Fachpersonen gearbeitet, um den Jugendlichen eine große Bandbreite an Ansprechpersonen und Unterstützungsmöglichkeit zur Verfügung stellen sowie entwicklungspsychologisch angepasstes Wissen vermitteln zu können.

    Alle diese diese Ebenen sind relevant – so auch Sexualpädagogik, die durch Expert*innen von außen erfolgt.
    Zahlreiche Kinder und Jugendliche nahmen in den letzten Jahren an sexualpädagogischen Workshops mit externen Fachpersonen teil. Sie loben die feine Atmosphäre, die Anonymität, dass sie ihre Fragen und Unsicherheiten verbalisieren können und sie begreifbar erklärt bekommen – Fragen und Unsicherheiten, die sie mit ihren Lehrer*innen nicht teilen möchten oder können. Auch die Lehrpersonen sind dankbar für diese fachliche und jugendgerechte Erweiterung der Sexualpädagogik an ihren Schulen, da sie sich selbst oft in einem Rollenkonflikt sehen.

    Externe Sexualpädagogik an Schulen abzuschaffen ist schlichtweg fahrlässig – es muss sich mit den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt werden und Expert*innen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen eingebunden werden. Es braucht klare fachliche pädagogisch-didaktische Konzepte für die Weiterentwicklung von Sexualpädagogik an Schulen.

    Es bedeutet einen immensen Rückschritt für das österreichische Bildungssystem und die Sexualpädagogik, wenn nun derartig kurzfristig und unbedacht so weitreichende Entscheidungen gefällt werden: Kinder und Jugendlichen werden mit ihren brennenden Fragen, die sie sich den Eltern oder Lehrpersonen nicht zu stellen trauen, allein gelassen und Informationen und Bilder aus dem Internet bleiben unreflektiert stehen – ganz zu schweigen davon, was eine Abschaffung für die Prävention von sexualisierter Gewalt, übertragbaren Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften bedeuten würde. Wo bleibt dann der Kinder- und Jugendschutz?

    Michaela Moosmann
    Projektleitung
    Klipp & Klar das sexualpädagogische Projekt
    des Vereins Amazone

  5. „Schule“ in Österreich ist in vielen Bereichen ein abgekapseltes System. Es „smort im eigenen Saft“. Externe Angebote können dieses System deutlich bereichern und ergänzen. Das gilt nicht nur, aber besonders auch für den Bereich Sexualpädagogik. Hier ist es besonders wichtig eben NICHT auf Lehrer und Lehreinnen zurückzugreifen, die den Regelunterricht gestalten. Es nötig dass sich „Schule“ öffnet und nicht weiter abkapselt.

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